Sri Lanka - Reisen ... Motorrad mieten und fahren
   
Fahrrad und Motorrad

Unser Reiseziel heißt nach der Ankunft wie das vieler Traveller erstmal Hikkaduwa Der Hauptgrund für uns ist, daß es dort am einfachsten ist, ein Motorrad auch für längere Zeit zu leihen. Die meisten Leihmotorräder sind Chopper mit 125 bis 250ccm, die für Tagestrips sicher ganz gut geeignet sind (Preis ca. 500-800 R.) aber versucht mal darauf zwei Reisetaschen und 2 Personen zu befördern: unmöglich, da sie weder Gepäckträger noch sonstige Befestigungsmöglichkeiten haben. Also entscheiden wir uns für den asiatischen Volkswagen: Die 50ccm/4-Takt  Yamaha Mate oder Honda Club 4 Gang Automatic. Beide sehen fast gleich aus und haben folgende Vorzüge: Der Tank befindet sich unter dem Fahrersitz. Somit ist zwischen den Beinen des Fahrers schon mal Platz für eine Tasche, sie sollte nur nicht zu dick und flexibel sein. Vorne haben diese Bikes fast immer einen Korb, in dem wir unsere zweite Reisetasche verstauen. Diese muß etwas konisch gepackt werden, da der Korb sich nach unten verjüngt. Somit sind Fahrer und Beifahrer frei von Ballast und können entspannt die Fahrt genießen, sofern das verkehrsbedingt gerade möglich ist. Sparsam sind die Mates und Hondas auch noch (ca.2l/100km) und werden vermietet für 350 bis 450 Rupies/Tag. Zu ähnlichen Preisen gibt es inzwischen die immer häufiger auftauchenden "Scooter" zu mieten, die zwar keinen Gepäckträger oder Korb haben, aber unter der Sitzbank eine Staumöglichkeit besitzen. Wer noch nie Motorrad oder Moped gefahren ist, sollte besser nicht in Asien seine ersten Versuche machen, denn es gehört schon ein wenig Übung dazu, mit diesem Gefährt, Beifahrer und Gepäck die Balance zu halten und gleichzeitig hellwach den Verkehr, Schlaglöcher, Fußgänger und Kühe  im Auge zu behalten, das alles bei Linksverkehr. Sofern der Beifahrer genug Vertrauen zum Fahrer hat (Ruth hat's), kann er/sie ja die Landschaft genießen. Einige Vermieter bieten eine Vollkaskoversicherung an. Ich habe inzwischen gehört, daß diese das Papier nicht wert seien, da solche Versicherungen nur für den Eigentümer selbst gelten. Wenn es also mit im Vertrag steht und nicht viel extra kostet, kann es sicher im Schadensfall nichts schaden, aber ob es hilft sei dahingestellt. Gut  ist, wenn im Vertrag steht, daß Reparaturen abgedeckt sind. Fallen dann Reparaturen an, muß man natürlich die Quittungen aufbewahren. Wir hatten diesbezüglich noch keine Probleme, und bekamen z.B. Reifenreparaturen ersetzt. Bei der Übergabe des Motorrades sollte man es auf jeden Fall gründlich begutachten, auf einigermaßen Profil der Reifen, gute Funktion der Bremsen, des Lichtes und der Hupe achten und eventuell sichtbare Beschädigungen vermerken lassen. Es wird in der Regel der Reisepaß oder das Flugticket als Kaution verlangt. Den Reisepass sollte man auf keinen Fall hergeben, dann doch lieber das Flugticket oder vielleicht reicht auch der Personalausweis. Sollte das Ticket aus irgendeinem Grund wegkommen, kann man sich gegen Vorlage des Passes bei der entsprechenden Fluggesellschaft ein Ersatzticket besorgen.
 Andere Orte an denen Motorräder vermietet werden sind: Colombo, Negombo, Unawatuna und Kandy.
 Fahrräder sind ebenfalls in allen diesen Orten zu bekommen für ca. 80-150 Rupies/Tag. Es sind aber fast ausschließlich die schweren indischen Standardräder ohne Gangschaltung und Beleuchtung, für Tagestouren ok., für längere Touren oder gar Bergtouren aber ungeeignet. Vereinzelt haben wir beim letzten Besuch auch schon mal Mountainbikes gesehen


Pause am Früchtestand


Typische Strassenszene in einer Kleinstadt

Auf den ersten Blick scheint auf Sri Lankas Straßen ein heilloses Chaos zu herrschen, Fußgänger, Radfahrer, Ochsenkarren, Busse, LKWs, Minibusse, Tuk-Tuks  und diverse Haustiere tummeln sich auf den Straßen und am Straßenrand. Aber nach einiger Zeit bemerkt der aufmerksame Verkehrsteilnehmer (und Aufmerksamkeit ist allerhöchstes Gebot), daß auch hier gewisse Regeln gelten.
Regel Nr.1: keine Aggression
. Auch wenn man durch das viele Gehupe und halsbrecherisch fahrende Busse einen anderen Eindruck haben könnte, aggressive Gesten oder Fahrweisen, wie sie in Deutschland normal sind, gibt es hier nicht. Jedes Hupzeichen hat eine Bedeutung z.B. 1 x kurz = Achtung hier komme ich! 2 x kurz = Ich überhole! 1 x kurz und 1 x lang: Mach ein bißchen mehr Platz! 1 x ganz lang: Ich brauch dringend mehr Platz! Ganz wichtig sind auch die Handzeichen: Statt mit Blinker werden in Sri Lanka Abbiege- oder Überholvorgänge oft mit einer herausgestreckten Hand vom Fahrer oder Beifahrer angezeigt. Diesen Hinweis sollte man unbedingt respektieren und auf keinen Fall mehr überholen, denn der Fahrer wird wahrscheinlich gleich ausscheren bzw. die Strasse kreuzen. Auch auf dem Motorrad wird ein Handzeichen eher respektiert als ein Blinker. Tagsüber mit Licht zu fahren, wie es bei uns üblich ist, ist in Sri Lanka absolut unüblich. Man scheint sogar der Meinung zu sein, das wäre unnötige Energieverschwendung denn jeder zweite Fußgänger wird euch auf euer Versäumnis (das Licht auszuschalten) hinweisen.  Höchste Gefahr für uns Motorradfahrer und alle anderen lauert, wenn ein langer Fanfahrenton von weitem ertönt: Der Expressbus mit eingebauter Vorfahrt kommt, Straße räumen! Vorfahrtsregeln, Verkehrsschilder oder Ampeln gibt es ohnehin so gut wie gar nicht, außer der Hauptregel: Expressbusse haben immer Vorfahrt und bremsen nur für Kühe, weil die diese Regel einfach ignorieren. Wir sollten auch bedenken, daß wir als Zweiradfahrer zu den schwächsten Gliedern im Strassenverkehr gehören und somit in der Vorfahrtrangliste ziemlich weit unten rangieren. Bei entsprechendem Hupzeichen werden uns aber die noch schwächeren Platz machen, verlaßt euch aber nicht grundsätzlich drauf. Das Wichtigste beim Motorradfahren ist also der immer hupbereite Daumen und der immer bremsbereite Fuß und ein hellwacher Kopf. Alkohol und Nachtfahrten (wegen der tiefen Schlaglöcher und unbeleuchteter Verkehrsteilnehmer) sollten absolut tabu sein. 

Regel Nr.2: Alles fließt. Wir haben mal in Colombo einen ganzen Kreisverkehr zum Stehen gebracht, weil wir als Fußgänger die Straße überqueren wollten und mitten im fließenden Verkehr stehen geblieben sind, um einen Radfahrer vorbei zu lassen. Das zwang nun wiederum ein Tuk-Tuk zum Stehenbleiben, worauf dieser einen PKW ausbremste usw. Also: immer schön weitergehen oder -fahren, wichtig ist nur, durch eindeutige Fahrweise, Hup- oder Handzeichen zu verstehen geben, was man vorhat und die Hup und Handzeichen der anderen Verkehrsteilnehmer ebenso zu beachten. 
Die Hauptverkehrsstraßen sind die A-2, die von Colombo die ganze Küste Richtung Süden über Galle und Matara nach Osten und dann wieder ins Bergland bis Wellawaja führt sowie die A-1 von Colombo nach Kandy. A-1 klingt zwar nach Autobahn, es sind aber Landstraßen in passablem Zustand ohne Seitenränder und mit teilweise 20cm tiefen Schlaglöchern hier und da. Der Verkehr auf der A-1 und der A-2 bis Galle ist recht lebhaft und keine reine Freude. Ab Matara wird der Verkehr zwar weniger, dafür aber auch die Straße schlechter. Ab Tangalle macht es dann wieder richtig Spaß und in den Bergen ist zum einen wenig Verkehr, zum anderen gibt es phantastische Aussichten aber auch ganz schön heftige Steigungen (da ist bei unserer 50ccm Honda nur noch 1. und 2. Gang angesagt). Unsere normale Tour geht meist von Hikkaduwa unten rum die A-2 bis in die Berge und nach Kandy. Da verfrachten wir unser Moped für die Rückfahrt nach Hikkaduwa einfach in den Zug, denn die Strecke über Colombo ist nur etwas für hartgesottene Fahrer. Zugfahren mit Motorrad ist relativ preiswert (billiger als der Sprit), man muß nur den Sprit komplett ablassen und ein stabiles Seil zum Verzurren mitbringen und sollte beim Ein- und Ausladen am besten dabeisein. Es empfiehlt sich wie immer den direkt zum Ziel fahrenden Expreßzug zu nehmen, damit Mensch und Maschine im gleichen Zug bleiben. Die Aufgabe der Maschine mit dem zugehörigen Schreibkram kann schon eine Weile dauern, also nicht auf den letzten Drücker zum Bahnhof fahren und wie gesagt: Seil und Kanister mitnehmen (gibt's an vielen Kiosken).
Bei einer geplanten Motorradtour durch das Gebirge würde ich mir diese Seite : wetteronline (mit einer sehr guten 5-Tages Prognose) vorher mal in einem Internetcafe ansehen (gibt es in allen größeren Orten und touristischen Gegenden). Sollte dort Regen oder starke Bewölkung vorhergesagt sein, bleibt lieber im Flachland, dann kann es in den Bergen sehr ungemütlich werden.
Ach ja, Tankstellen gibt es zwar nicht so viele wie bei uns, aber die Versorgung ist ausreichend. In ländlichen Gegenden wird der Sprit dann auch mal flaschenweise verkauft. Bei Fahrten aufs Land also lieber in der letzten Stadt noch eben volltanken. 


Der Stationmaster gibt Tipps fürs Verladen




Eine Motorradfahrt durch Hikkaduwa vom Bahnhof bis zum Ortsteil Narigama (leider in geringer Auflösung)

 

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Andere Motorrad Reiseberichte:
http://www.allemannda.de/Deutsch/Freizeit/Motorrad_Reisen_Reiseberichte_Asien.htm
http://www.motomove.de/db/index.php?c=Reisen/Reiseberichte/Asien
http://www.seitenvz.de/Reiseberichte.html
http://slaggi.de/Freizeit/Motorrad/Reisen/Reiseberichte/Asien/
http://www.blau-webkatalog.com/groupement-Freizeit/Motorrad/Reisen.html
http://www.sortorama.de/freizeit/motorrad/reisen/reiseberichte/asien/
http://www.freizeit-24.de/cgi-bin/search.cgi?query=sri
http://www.reisetraeume.de/reiseberichte/lk.html
http://www.urlaubsberichte-katalog.de/
http://www.or-biter.de/verzeichnis/Reisen/Reiseberichte.html