Sri Lanka - Reisen ... Motorrad mieten und fahren
Wie fast überall in Asien sind auch auf Sri Lanka Bahnreisen und Busfahrten für Touristen eine eher schwierige und unkomfortable Angelegenheit. Insgesamt gibt es im asiatischen Raum nur wenige, wirklich schöne und empfehlenswerte Bahnstrecken. Besser reisen lässt es sich entweder mit einem Minibus oder Geländewagen (werden in der Regel immer mit Fahrer vermietet) oder mit dem motorisierten Zweirad. Das hat auch den Vorteil, dass man nicht an eine bestimmte Strecke gebunden ist und die Fahrzeiten selber festlegen kann.
Mit dem Motorrad

Unser Reiseziel heißt nach der Ankunft wie das vieler Traveller erstmal Hikkaduwa Der Hauptgrund für uns ist, dass es dort am einfachsten ist, ein Motorrad auch für längere Zeit zu mieten. Die meisten Leihmotorräder sind inzwischen die ca. 100ccm Scooter mit 1-Gang Automatic, laufen ca. 70Km/h und verbrauchen nur etwa 2 Liter/100km. Kostenpunkt ca. 400 bis 700 Rupien, je nach Mietdauer und - Ort. Am günstigsten wegen des großen Angebots in Hikkaduwa. Es gibt auch größere Motorräder mit etwa 125 bis 250 ccm für etwa 800 bis 1200 R./Tag. Wir begnügen uns grundsätzlich mit den kleinen Scootern, da sie 1. allemal schnell genug sind (mehr als 40-50 Km/h sind wegen des Verkehrs sowieso nur selten drin) und 2. viel mehr Stauplatz haben. Da sowohl Motor als auch Tank hinten unterhalb der Sitzbank untergebracht sind, gibt es vorne zwischen den Beinen des Fahrers viel Platz für Gepäck, dort kommt unsere große Reisetasche (die aber flexibel sein sollte) unter. Zwei kleinere Rucksäcke hängen wir dann mit Band zusammengebunden wie Satteltaschen über die Sitzbank.

Achtung!
Wurde bisher kein besonderer Führerschein für Scooter benötigt bzw. dieser nie kontrolliert gibt es seit einiger Zeit die Vorschrift, dass Touristen einen internationalen Führerschein mitbringen und sich in Colomobo eine kostenpflichtige Fahrerlaubnis speziell für Sri Lanka austellen lassen müssen.Inwieweit das von der Polizei bzw. den Vermietern kontrolliert wird, kann ich nicht sagen. Gute Infos zu dem Thema gibt es z.B. auf der Web-Seite: http://sri-lanka-urlaub.com/fuehrerschein-fuer-sri-lanka.html Wer Erfahrungen dazu hat, kann uns gerne eine Mail schicken!

Wer noch nie Motorrad oder Moped gefahren ist, sollte besser nicht in Asien seine ersten Versuche machen, denn es gehört schon ein wenig Übung dazu, mit diesem Gefährt, Beifahrer und Gepäck die Balance zu halten und gleichzeitig hellwach den Verkehr, Schlaglöcher, Fußgänger und Kühe  im Auge zu behalten, das alles bei Linksverkehr. Sofern der Beifahrer genug Vertrauen zum Fahrer hat (Ruth hat's), kann er/sie ja die Landschaft genießen. Spezielle Motorradkleidung gibt es vor Ort nicht. Wer es gepäckmäßig einrichten kann und aus Sicherheitsgründen machen möchte, bringt sich wenigstens eine Motorradjacke mit. Bei den klimatischen Verhältnissen verzichten wir aber darauf. Auch gäbe es größere Probleme, mehr Gepäck auf dem Moped unter zu bringen. Allerdings besteht auch auf Sri-Lanka Helmpflicht. Leiht man sich ein Motorrad aus, gibt es meist Motorradhelme, und zwar sehr leichte "Alibihelme", gratis dazu. Wer einen vernünftigen Helm haben möchte, sollte auch den von zu Hause mitbringen. Durch unsere verschiedenen Motorrad-Reisen auf Sri-Lanka haben wir inzwischen gelernt, die „Gefahren“ und Hindernisse einigermaßen einzuschätzen. Hundertprozentige Sicherheit gibt es nirgends und nirgendwo. Ein anderes Thema ist die Versicherung: In Deutschland wäre es undenkbar ohne eine KFZ-Versicherung zu fahren und auch die allermeisten Autos auf Sri Lanka haben sicher eine Haftpflichtversicherung, allerdings mit weit geringeren Haftungsbeträgen als bei uns. Für Scooter ist das eher unüblich. Einige Vermieter von Scootern bieten eine Vollkaskoversicherung an. Ich habe inzwischen gehört, daß diese das Papier nicht wert seien, da solche Versicherungen nur für den Eigentümer selbst gelten. Wenn es also mit im Vertrag steht und nicht viel extra kostet, kann es sicher im Schadensfall nichts schaden, aber ob es hilft sei dahingestellt. Gut  ist, wenn im Vertrag steht, daß Reparaturen abgedeckt sind. Fallen dann Reparaturen an, muß man natürlich die Quittungen aufbewahren. Wir hatten diesbezüglich noch keine Probleme, und bekamen z.B. Reifenreparaturen ersetzt. Von einigen Reisenden habe ich gehört, die für längere Zeit einen Scooter kaufen wollten, um ihn dann hinterher wieder zu verkaufen. Bei uns wäre so etwas vielleicht möglich und mit Kurzzeitversicherung (oder eVB Nummer ) auch legal anzumelden, das dürfte aber in Sri Lanka nur auf den Namen eines Einheimischen möglich sein.
Bei der Übergabe des Motorrades sollte man es auf jeden Fall gründlich begutachten, auf einigermaßen Profil der Reifen, gute Funktion der Bremsen, des Lichtes und der Hupe achten und eventuell sichtbare Beschädigungen vermerken lassen. Die Papiere des Motorrades und der Miervertrag sollten auch auf jeden Fall dabei sein. Einige Vermieter verlangen den Reisepaß oder das Flugticket als Kaution. Den Reisepass sollte man auf keinen Fall hergeben, dann doch lieber das Flugticket oder vielleicht reicht auch der Personalausweis. Sollte das Ticket aus irgendeinem Grund wegkommen, kann man sich gegen Vorlage des Passes bei der entsprechenden Fluggesellschaft ein Ersatzticket besorgen.
Oftmals brauchten wir allerdings auch gar nichts hinterlegen. Beim letzten Mal fragte unser Vermieter noch nicht mal nach unseren Namen. Andere Orte an denen Motorräder vermietet werden sind: Colombo, Negombo, Unawatuna und Kandy.
 Fahrräder sind ebenfalls in allen diesen Orten zu bekommen für ca. 80-150 Rupies/Tag. Bis vor einigen Jahre gab es nur die schweren indischen Standardräder ohne Gangschaltung und Beleuchtung, inzwischen werden aber auch schon vielfach Mountainbikes angeboten.


Nun kann es losgehen!

Mit dem Motorbike durch Hikkaduwa


Auf den ersten Blick scheint auf Sri Lankas Straßen ein heilloses Chaos zu herrschen, Fußgänger, Radfahrer, Ochsenkarren, Busse, LKWs, Minibusse, Tuk-Tuks  und diverse Haustiere tummeln sich auf den Straßen und am Straßenrand. Aber nach einiger Zeit bemerkt der aufmerksame Verkehrsteilnehmer (und Aufmerksamkeit ist allerhöchstes Gebot), dass auch hier gewisse Regeln gelten.
Regel Nr.1: keine Aggression
. Auch wenn man durch das viele Gehupe und halsbrecherisch fahrende Busse einen anderen Eindruck haben könnte, aggressive Gesten oder Fahrweisen, wie sie in Deutschland normal sind, gibt es hier nicht. Das Hupen dient in Sri Lanka der Verständigung und hat in etwa folgende Bedeutung: 1 x kurz = Achtung hier komme ich! 2 x kurz = Ich überhole! 1 x kurz und 1 x lang: Mach ein bißchen mehr Platz! 1 x ganz lang: Ich brauch dringend mehr Platz! Ganz wichtig sind auch die Handzeichen: Statt mit Blinker werden in Sri Lanka Abbiege- oder Überholvorgänge oft mit einer herausgestreckten Hand vom Fahrer oder Beifahrer angezeigt. Diesen Hinweis sollte man unbedingt respektieren und auf keinen Fall mehr überholen, denn der Fahrer wird wahrscheinlich gleich ausscheren bzw. die Strasse kreuzen. Auch auf dem Motorrad wird ein Handzeichen eher respektiert als ein Blinker. Tagsüber mit Licht zu fahren, wie es bei uns üblich ist, ist in Sri Lanka absolut unüblich. Man scheint sogar der Meinung zu sein, das wäre unnötige Energieverschwendung denn jeder zweite Fußgänger wird euch auf euer Versäumnis (das Licht auszuschalten) durch Handzeichen hinweisen.  Höchste Gefahr für uns Motorradfahrer und alle anderen lauert, wenn ein langer Fanfahrenton von weitem ertönt: Der Expressbus mit eingebauter Vorfahrt kommt, also am besten ganz links ranfahren! Vorfahrtsregeln, Verkehrsschilder oder Ampeln gibt es ohnehin so gut wie gar nicht, außer der Hauptregel: Expressbusse haben immer Vorfahrt und bremsen nur für Kühe, weil die diese Regel einfach ignorieren. Wir sollten auch bedenken, daß wir als Zweiradfahrer zu den schwächsten Gliedern im Strassenverkehr gehören und somit in der Vorfahrtrangliste ziemlich weit unten rangieren. Bei unserem letzten Besuch im März 2010 hatten wir allerdings tatsächlich das Gefühl, von den größeren Fahrzeugen durchaus beachtet und respektiert zu werden, da hat sich doch etwas getan... und inwischen gibt es sogar so eine Art ASU-Untersuchung ("Green-Test") und der Sprit scheint auch besser geworden zu sein, LKWs ziehen nicht grundsätzlich mehr eine schwarze Rauchfahne hinter sich her. Das Wichtigste beim Motorradfahren in Sri Lanka ist also der immer hupbereite Daumen und der immer bremsbereite Fuß und ein hellwacher Kopf. Alkohol und Nachtfahrten (wegen einiger tiefen Schlaglöcher und vieler unbeleuchteter Verkehrsteilnehmer) sollten absolut tabu sein. Die vielen Polizeikontrollen brauchen uns nicht zu ängstigen, sofern wir nüchtern sind und Helm tragen.
Obwohl die Polizei gerne Motorradfahrer anhält, werden Touristen in aller Regel durchgewunken. Wir wurden bis heute noch nie kontrolliert. Theoretisch sollte man sicher einen internationalen Führerschein dabei haben, praktisch tut es wohl auch der EU-Schein. Bedenken sollten wir allerdings, dass im Falle eine Unfalls in den wir verwickelt sind sehr wahrscheinlich die Schuldfrage zu unseren Ungunsten ausfallen wird und wir in dem Fall nur mit einer "angemessenen" Barzahlung um schwierige Verwicklungen herumkommen.
Regel Nr.2: Alles fließt. Wir haben mal in Colombo einen ganzen Kreisverkehr zum Stehen gebracht, weil wir als Fußgänger die Straße überqueren wollten und mitten im fließenden Verkehr stehen geblieben sind, um einen Radfahrer vorbei zu lassen. Das zwang nun wiederum ein Tuk-Tuk zum Stehenbleiben, worauf dieser einen PKW ausbremste usw. Also: immer schön weitergehen oder -fahren, wichtig ist nur, durch eindeutige Fahrweise, Hup- oder Handzeichen zu verstehen geben, was man vorhat und die Hup und Handzeichen der anderen Verkehrsteilnehmer ebenso zu beachten. Am ehesten kann man das Verkehrsgeschehen mit einem riesigen Kreisverkehr vergleichen. Man fährt in den Fluss hinein (und wird in der Regel auch hineingelassen) und verlässt ihn bei Bedarf wieder. Immer wieder faszinierend finde ich, wie an einigen Kreuzungen innerorts der Verkehr von allen Seiten einfach durcheinander hindurch fliesst.
Die Hauptverkehrsstraßen sind die A-2, die von Colombo die ganze Küste Richtung Süden über Galle und Matara nach Osten und dann wieder ins Bergland bis Wellawaja führt sowie die A-1 von Colombo nach Kandy. A-1 klingt zwar nach Autobahn, es sind aber Landstraßen in inzwischen recht gutem Zustand. In den letzen 5 Jahren wurde in Sri Lanka viel in den Strassenbau investiert und nun haben die meisten Hauptstrassen sogar einen durch eine weiße Linie abgetrennten ca. 90cm breiten Seitenstreifen für Fußgänger und Fahrradfahrer auf den wir ausweichen können, wenn uns mal wieder zwei nebeneinander fahrende Expressebusse entgegenkommen. Im November 2011 wurde überraschend schnell ein großes Teilstück der in Bau befindlichen Süd-Autobahn freigegeben. Sie soll einmal vom Flughafen in den Süden bis etwa Matara führen. Dadurch würde die Fahrzeit in den Süden von etwa 5-7 auf 2-3 Stunden verkürzt. Der fertiggestellte Abschnitt führt von dem süd-östlich gelegenen Vorort Colombos Athurugiriya bis etwa Galle ca. 6-10Km von der Küste entfernt. Die Autobahn kostet etwa 400 Rupees Maut, ist allerdings für Motorradfahrer tabu, entlastet aber immerhin die Küstenstrasse, die wir so etwas entspannter fahren können. Der Verkehr auf der A-1 nach Kandy und der A-2 bis Galle ist recht lebhaft und keine reine Freude. Ab Matara wird der Verkehr weniger und in den Bergen ist zum einen wenig Verkehr, zum anderen gibt es phantastische Aussichten aber auch ganz schön heftige Steigungen. Unsere normale Tour geht meist von Hikkaduwa unten rum die A-2 bis in die Berge und nach Kandy. Da verfrachten wir unser Moped für die Rückfahrt nach Hikkaduwa einfach in den Zug, denn die Strecke über Colombo ist nur etwas für hartgesottene Fahrer. Zugfahren mit Motorrad ist relativ preiswert (billiger als der Sprit), man muß nur den Sprit komplett ablassen und ein stabiles Seil zum Verzurren mitbringen und sollte beim Ein- und Ausladen am besten dabeisein. Es empfiehlt sich wie immer den direkt zum Ziel fahrenden Expreßzug zu nehmen, damit Mensch und Maschine im gleichen Zug bleiben. Die Aufgabe der Maschine mit dem zugehörigen Schreibkram kann schon eine Weile dauern, also nicht auf den letzten Drücker zum Bahnhof fahren und wie gesagt: Seil und Kanister mitnehmen (gibt's an vielen Kiosken).
Bei einer geplanten Motorradtour durch das Gebirge würde ich mir diese Seite : wetteronline (mit einer sehr guten 5-Tages Prognose) vorher mal in einem Internetcafe ansehen (gibt es in allen größeren Orten und touristischen Gegenden). Sollte dort Regen oder starke Bewölkung vorhergesagt sein, bleibt lieber im Flachland, dann kann es in den Bergen sehr ungemütlich werden.
Ach ja, Tankstellen gibt es zwar nicht so viele wie bei uns, aber die Versorgung ist ausreichend. In ländlichen Gegenden wird der Sprit dann auch mal flaschenweise verkauft. Bei Fahrten aufs Land also lieber in der letzten Stadt noch eben volltanken. 

...und einmal vom Busbahnhof quer durch die Neustadt von Galle

 

So schöne Nebenstrassen gibt es inzwischen..




Der Stationmaster gibt Tipps fürs Verladen in den Zug

 

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Andere Motorrad Reiseberichte:
- http://www.allemannda.de/Deutsch/Freizeit/Motorrad_Reisen_Reiseberichte_Asien.htm
- http://www.motomove.de/db/index.php?c=Reisen/Reiseberichte/Asien
- http://www.seitenvz.de/Reiseberichte.html
- http://slaggi.de/Freizeit/Motorrad/Reisen/Reiseberichte/Asien/
- http://www.blau-webkatalog.com/groupement-Freizeit/Motorrad/Reisen.html
- http://www.sortorama.de/freizeit/motorrad/reisen/reiseberichte/asien/
- http://www.freizeit-24.de/cgi-bin/search.cgi?query=sri
- http://www.urlaubsberichte-katalog.de/
- http://www.or-biter.de/verzeichnis/Reisen/Reiseberichte.html