Sri Lanka - Reisen ... Politik und Sicherheit

Erfreuliches gab es Ende 2004 zum Thema Sicherheit zu berichten. Auch hier hatte der 11.September seine Spuren hinterlassen, jedoch im positiven Sinne: Die Tamil-Tigers hatten angekündigt auf Gewaltakte (was in der Regel Selbstmordattentate waren) zu verzichten. Es waren ernsthafte Friedensgespräche im Gange und erste Erfolge wurden deutlich sichtbar. So wurde nach über 20 Jahren die Strasse nach Jaffna entmint und wieder geöffnet. Das ließ auf eine Wende im Verhältnis der Nord-Ost Provinzen zum Rest des Landes und auf ein Ende des Bürgerkrieges hoffen. Bei unserem vorletzten Besuch im Februar 2002 war im ganzen Lande eine gewisse Euphorie und deutlicher Friedenswillen zu spüren. Man hatte wohl auf beiden Seiten eingesehen, daß Terror und Bürgerkrieg zu keinem Ergebnis führen und nur eine einvernehmliche Lösung das Land aus seiner wirtschaftlichen Krise befreien kann.
Das Verhältnis der Singhalesen zu den hauptsächlich im Norden und Osten ansässigen Tamilen ist schon seit langem getrübt, genau genommen schon seit Jahrhunderten (siehe "Land und Leute"). Nach dem 2. Weltkrieg und mit Erlangung der Unabhängigkeit verloren fast 1 Millionen Tamilen durch ein geschickt manipuliertes Gesetz Staatsbürgerschaft und Wahlrecht. Eine halbe Million Tamilen werden gegen ihren Willen nach Indien und in andere Länder umgesiedelt. In den siebziger Jahren gibt es erste bewaffnete Aufstände gegen die restriktive Politik der Singhalesen. Mehrere tamilische Organisationen schließen sich zusammen und fordern nach blutigen Unruhen Anfang der achtziger Jahre einen eigenen Staat. Bis in die neunziger Jahre wütet der Krieg der "Tamil Tigers" gegen die Srilankische Armee. Massaker an Zivilisten werden auf beiden Seiten begangen, immer wieder kommt es zu Selbstmordanschlägen auf Regierungsgebäude, Banken und 1998 sogar auf das größte Heiligtum der Singhalesen, den Zahntempel in Kandy (wir hatten ihn 1 Tag vorher noch besucht). Bis heute kam noch kein Tourist zu Schaden, das hätte dem Lande wohl auch den endgültigen Niedergang beschert. Die Haupttouristenorte besonders südlich der Linie Colombo-Kandy wurden stets von den Tamil Tigers verschont, so daß hier von einer ernsthaften Gefährdung nicht gesprochen werden konnte. Die letzte Präsidentin setzte wie fast alle vor ihr den harten Kurs gegen die Tamil Tigers fort und hätte auch nichts an ihrer Politik geändert, wäre nicht bei den vorletzten Wahlen die Opposition so stark geworden, daß der friedenswillige Oppositionsführer den Posten des Premierministers einnahm und somit quasi eine große Koalition das Land regierte. Hinzu kam wohl auch Druck aus dem Ausland auf beide Seiten nach den Ereignissen des 11. September und eine Bevölkerung, die des 20 Jahre dauernden Bürgerkrieges und seiner Folgen auf Wirtschaft und Tourismus leid war und einen Wechsel in der Politik verlangte. Leider sind die Friedensgespräche ins Stocken geraten und wurden zwischenzeitlich auf Eis gelegt. Auch der angekündigte harte Kurs gegen die Tamil Tigers des im Januar 2006 neu gewählten Premierministers scheint einer friedlichen Lösung nicht gerade zuträglich. Am 18. Mai 2009 meldete die Sri Lankische Armee, der Bürgerkrieg wäre beendet, die LTTE-Kämpfer besiegt und es werde wieder Friede einkehren. Ob das stimmt, bleibt abzuwarten...

Neueste Nachrichten zum Thema vom Auswärtigen Amt: (Januar 2010):
Stand 12.01.2010
(Unverändert gültig seit: 25.11.2009)

Landesspezifische Sicherheitshinweise
Im Mai 2009 endete der fast 30 Jahre währende Bürgerkrieg. Seither haben sich keine weiteren Terroranschläge ereignet. Gleichwohl können diese für die Zukunft, wie auch in anderen Ländern, nicht ausgeschlossen werden. Die srilankische Regierung hält den Ausnahmezustand weiter aufrecht.

Nördliche, östliche und südöstliche Landesteile
Die Gebiete nördlich der A12, in denen weiterhin hohe Militärkonzentration herrscht, sind in weiten Bereichen vermint und für touristische Reisen nicht zugänglich.
Von Reisen in diese Gebiete sowie in die Ostprovinzen (Bezirke Trincomalee, Batticaloa und Ampara), in denen sich weiterhin paramilitärische Gruppen aufhalten, wird abgeraten
Reisen in den Yala-Nationalpark (ausschließlich Block 1) sowie auf der A4 von Monaragala nach Arugam Bay sind hingegen möglich.

Hauptstadt Colombo und übrige Landesteile
Während des Bürgerkriegs war auch die Hauptstadt Colombo mehrfach von Anschlägen betroffen. Ziel waren insbesondere öffentliche Verkehrsmittel und militärische Einrichtungen. Die starke Präsenz des Militärs und der Polizei ist weiter unübersehbar. Anordnungen an den häufigen Sicherheitskontrollen sollten unbedingt befolgt werden. Die Straße von Colombo zum internationalen Flughafen wird gelegentlich ohne Vorwarnung für bis zu einer Stunde gesperrt. Vor der Abreise sollten Reisende daher einen erhöhten Zeitpuffer einkalkulieren.

Reisen in die von Touristen bevorzugten Reiseziele
an der Küste im Südwesten und Süden (u.a. Bentota, Beruwela, Hikkaduwa, Galle, Tangalle), im „Kulturdreieck“ (u.a. Sigriya, Polonnaruwa, Anuradhapura, Dambulla, Mihintale), sowie im südlichen Landesinnern (u.a. Kandy, Teehochland) sind möglich.

Reisen über Land
Bei Überlandreisen ist die Eisenbahn gegenüber öffentlichen Bussen, die aufgrund rücksichtsloser Fahrweise häufig in schwere Unfälle verwickelt sind, vorzuziehen. Nachtfahrten sind aus Gründen der Verkehrssicherheit außerhalb der Städte nicht ratsam; auf die häufig unbeleuchteten Verkehrskontrollpunkte auch innerorts ist besonders zu achten.

Allgemeine Reiseinformationen
Äußerste Vorsicht ist beim Schwimmen im offenen Meer, je nach Stärke der Brandung, angezeigt. Sri Lankas Küsten weisen starke, sich ständig verändernde Strömungen auf, die der Ortsunkundige nicht erkennt.

Akutuelle Informationen gibt es hier:
Webseite des Auswärtigen Amtes

Und im Forum der Reisespinne.

 

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